Der Fang einer Hundskopfboa

Bei seiner Brasilien-Expedition sammelte Johann Baptist Ritter von Spix auch eine Hundskopfboa. Den Fang dieser Corallus caninus durch Spix beschreibt sein Assistent Johann Georg Wagler nach dessen Tod in seiner Bearbeitung der Schlangen im Jahr 1824 auf Französisch. Diese Beschreibung fand – leicht verkürzt – auch Eingang in Brehms Tierleben. In Waglers Schilderung wird erwähnt, dass die Hundskopfboas, wenn sie gereizt werden, heftig beißen.

„Letzteres erfuhr Spix an jener, welche er im Rio Negro schwimmen sah. Neugierig, sich ihrer zu bemächtigen, ließ er ihr nach rudern, und einer seiner indianischen Begleiter betäubte sie glücklich durch einen Schlag [mit dem Ruder] auf den Kopf. Unser Forscher ergriff sie, hatte sie aber kaum erfasst, als sie sich mit roher Kraft um seinen Arm wand, dass er nicht im Stande war, ihn zu bewegen. Glücklicherweise hatte er den Kopf mit der Hand gefasst und ein Stück Holz in der Nähe, das er ihr in den Rachen stieß, und in welches sie mit Heftigkeit einbiss. Keiner der begleitenden Indianer wagte sich herzu, aus Furcht, dass die Schlange den weißen Mann verlassen und sich auf ihn stürzen werde, und erst als sie sahen, dass ihnen das Tier nichts mehr anhaben könne, halfen sie jenem, sich aus ihren Schlingen zu befreien. Sie wurde gebändigt und in Weingeist getötet. Als man sie [in München] aus dem Gefäß nahm, hielt sie dasselbe Stück Holz, in welchem sie sich festgebissen hatte, noch im Munde, und bei der Untersuchung zeigte sich, dass die Zähne es von beiden Seiten durchdrungen hatten.“

Brehms Tierleben 1892 „Kriechtiere und Lurche“: S. 535)

Spix brachte sieben Exemplare dieser Schlangenart nach München, von denen heute aber nur noch eines erhalten ist (Lectotypus von Xiphosoma aramboya Wagler, 1824). Vermutlich handelt es sich dabei um das oben erwähnte große Stück, zumal es noch heute ein deutlich geöffnetes Maul hat.

Auch im Spix-Museum in Höchstadt ist eine solch eindrucksvolle Schlange zu besichtigen. Konserviert, und damit völlig ungefährlich.

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